Prof. Dr. theol. Uta Ranke-Heinemann
* 2.10.1927
 

Eunuchen für das Himmelreich
Katholische Kirche
und Sexualität
von Jesus bis
Benedikt XVI.
592 Seiten
Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe
Heyne Taschenbuch
(26. Auflage des Buches seit seinem ersten Erscheinen 1988)
Die erweiterte und aktualisierte Neuausgabe 2012
wurde u. a. um das Kapitel "Meine große Enttäuschung" ergänzt.
ISBN: 978-3-453-16505-2
€ 11,99 [D] | € 12,40 [A] | CHF 17,90 (empf.VK-Preis)

Nein und Amen
Mein Abschied vom
traditionellen
Christentum
446 Seiten
Ergänzte Neuausgabe
Heyne Taschenbuch Nr. 19/817
ISBN-10: 3-453-21182-0
ISBN-13: 978-3-453-21182-7
€ 9,95 [D] | € 10,30 [A] | SFr 18,90 (empf.VK-Preis)
Zitate von Uta Ranke-Heinemann
16. Dezember 2010 Evangelisch-Lutherische Kirche in Hamburg - Interview
"Das Zaubertor zum Christentum"
November 2010 Sehr geehrter Papst!
Ein Brief an Benedikt XVI. von Uta Ranke-Heinemann
3. Quartal 2010
Hintergrund - Das Nachrichtenmagazin Von was erlöst, bitte?
15. Juni 2010
Ich klage Papst Benedikt XVI. an
Ausschnitt aus einer Veranstaltung im zakk (Studio), 40233 Düsseldorf
Vortrag und Diskussion: Sexueller Mißbrauch durch katholische Geistliche - Kein Thema für die weltliche Justiz?
22. Februar 2010
Die Tageszeitung junge Welt Der Papst weint Krokodilstränen
Die Geheimschreiben aus dem Vatikan und die Vertuschung der Pädophilieverbrechen
18. Februar 2010
Der Papst weint Krokodilstränen
Interview mit FOCUS-Redakteur Matthias Kietzmann
1. Oktober 2009, Protokoll Maren Soehring, Die Zeit Nr. 41
Historische Reifeprüfung: Allein unter Jungen.
1. August
2009 3 Minuten mit Uta Ranke-Heinemann:
Verleihung des Blütenfest-Award
zum Ruhr-CSD, Essen, Kennedyplatz
14./15. Februar 2009
Die Tageszeitung junge Welt Der keusche
Elefant
Was Papst Benedikt XVI. an Darwin nicht gefällt
epoc 03/08
Spektrum der Wissenschaft Verlag
Mein Held der Geschichte
Uta Ranke-Heinemann über René Descartes
aus: Alfred Neven DuMont (Hrsg.): Jahrgang 1926/27,
Erinnerungen an die Jahre unter dem Hakenkreuz, Köln 2007,
S.95-106 Der BDM-Keller im Hause meines Vaters
Meine Jugenderinnerungen an die Hitlerzeit
6. Dezember 2007
Die Tageszeitung junge Welt Der Papst und die
anderen
Nur wer glaubt, was Benedikt XVI. glaubt, hofft richtig. Gedanken einer
Ketzerin zu seiner zweiten Enzyklika
23. Februar 2007
Süddeutsche Zeitung
Ein Interview von Oliver Das Gupta Uta
Ranke-Heinemann ist empört über das "Gebärmaschinen"-Gerede von
Bischof Mixa.
9. September
2006
Zum Besuch des Papstes in Deutschland Der Papst
und die löchrigen Kondome
22. August 2006
Rede zum 30. Todesjahr
von Gustav Heinemann
Mein Vater Gustav der Karge
17. Mai 2006
Quergefragt - SWR War Jesus verheiratet?
Der Streit um den "Sakrileg"-Film
24. April
2006
Standart.at - Interview Kondomverbot ist
"Verbrechen an der Menschheit"
29. April
2006
Essener Seniorentag in der Mayerschen Buchhandlung
Über die Weisheit des Alters
15. September 2003
Schlingensief-Festival Frankfurt Der Papst, die
Kardinäle und die Frauen
Eine Satire
29. Mai 2003
"Feldkirch-Rede" Meine Suche nach den Spuren
Gottes
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Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor.
Der Papst stellt sich Gott als Mann vor.
(Uta Ranke-Heinemann)
Uta Johanna Ingrid Ranke-Heinemann wird am 2. Oktober 1927
in Essen geboren. Ihr Vater, Gustav Heinemann, war von 1969 bis 1974
Bundespräsident. Zu den Vorfahren der Mutter, Hilda Heinemann, zählt
der Schweizer Mediziner und Dichter Albrecht von Haller (1708-1777). Uta
besucht in Essen das Burggymnasium, an dem sie das einzige Mädchen ist und
dessen erste Abiturientin sie wird - seit Gründung des Gymnasiums im 9.
Jahrhundert. 1947 macht sie ihr "Abitur mit Auszeichnung". "Abitur mit
Auszeichnung" war damals selten, das letzte hatte es am Burggymnasium 30 Jahre
davor gegeben. Im Anschluss studiert sie in Oxford, Bonn, Basel und Montpellier
bis 1953 evangelische Theologie. Am 25. September 1953 tritt sie zum
Katholizismus über, studiert in München katholische Theologie und
promoviert 1954 zum Dr. theol. Vor 1954 hatte es weltweit noch keine
Frauenpromotion in katholischer Theologie gegeben. In München war sie
1953/1954 Studienkollegin von Papst Benedikt XVI.
1954 heiratet sie ihren Klassenkameraden, den Religionslehrer Edmund Ranke, mit
dem sie sich auf dem Burggymnasium verlobt hatte. Ihre beiden Söhne,
Johannes und Andreas, werden 1958 und 1960 geboren.
Ab 1955 ist Uta Ranke-Heinemann zunächst Dozentin am Erzbischöflichen
Katechetinnenseminar in Bonn. 1965 wechselt sie in gleicher Funktion an die
Pädagogische Hochschule in Neuss/Rheinland und habilitiert 1969 im Fach
katholische Theologie, weltweit als erste Frau. Ihre Antrittsvorlesung
hält sie über das Thema "Ökumenische Aufgaben der Kirchen
heute". Nach Auflösung der Pädagogischen Hochschule Neuss
übernimmt sie 1980 einen Lehrstuhl für katholische Theologie an der
Universität Duisburg, ehe sie 1985 an die Universität Essen wechselt,
wo sie seither Neues Testament und Alte Kirchengeschichte lehrt.
Seit den 70er Jahren engagiert sich Uta Ranke-Heinemann neben ihrer
Lehrtätigkeit auch im Bereich der Entwicklungspolitik und humanitären
Hilfe. Sie tritt für ein internationales Verbot von Napalm ein und reist
Ende 1972 nach Nordvietnam zu einem Treffen mit Ministerpräsident Pham Van
Dong. In Indien besucht sie 1973 kirchliche Hilfsprojekte und im Dezember 1979
bringt sie Medikamentenspenden nach Kambodscha. Anfang der 80er Jahre spricht
sie sich für eine umfassende Nullösung aller Atomwaffen aus. Durch
ihr Engagement in der Friedensbewegung sorgt sie für Schlagzeilen. Bei den
Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen kandidiert sie 1985 als Spitzenkandidatin
der "Friedensliste".
Innerhalb der katholischen Kirche erweist sich die Professorin als streitbare
Kirchenfrau. In der Fernsehsendung "Panorama" vom 2.2.1976 polemisiert sie
gegen den "Sexualpessimismus" und wendet sich gegen die Intoleranz der Kirche
zu Fragen der Ehen ohne Trauschein. Scharfe Kritik übt sie 1980 an dem
kostenaufwendigen "Frömmigkeitsspektakel" um den Besuch von Papst Johannes
Paul II. in der Bundesrepublik aus Anlass der 700-Jahr-Feier zum Todestag von
Albertus Magnus. Ihre kritische Auseinandersetzung mit dessen Schriften, den
sie als "Frauenfeind und Antijudaist" beschreibt, führt auch zu
Kontroversen mit dem Dominikanerorden.
Für weiteren Diskussionsstoff sorgt die engagierte Theologin 1987, als sie
im Vorfeld des Papstbesuches in der Bundesrepublik als Diskussionsteilnehmerin
in einer Live-Sendung des WDR-Fernsehens die kirchliche Lehre der
Jungfrauengeburt Jesu als "zeitbedingtes Vorstellungsmodell" bezeichnet. Ihre
weitergehende Äußerung, dass die "mirakulöse Unversehrtheit"
auch bei der Geburt Jesu nicht nur theologische Fragen bezüglich der
wahren Mutterschaft Marias aufwerfe, sondern zudem "sexualfeindliche und
zölibatär-neurotische Züge" trage, führen zu einer
Auseinandersetzung mit dem Episkopat. Wegen ihres "beharrlichen Zweifels"
an der Jungfrauengeburt wird sie gemäß can. 1364 §1 und can. 751 CIC exkommuniziert. Durch
den Bischof von Essen, Franz Hengsbach, wird ihr am 15. Juni 1987 die Lehrbefugnis
entzogen.
Ende 1987 erhält Uta Ranke-Heinemann, die Beamtin auf Lebenszeit ist,
einen neuen, kirchenunabhängigen Lehrstuhl für Religionsgeschichte an
der Universität Essen.
Der PDS-Parteivorstand nominiert die parteilose Theologin Uta Ranke-Heinemann
im Mai 1999 für das Amt der Bundespräsidentin. Zum
Bundespräsidenten gewählt wird jedoch Johannes Rau.
Uta Ranke-Heinemann scheut keine heißen Eisen. Ihre Anklage gegen die
Sexualvorstellungen der Kirche veröffentlicht sie 1988 in ihrem Buch unter
dem Titel "Eunuchen für das Himmelreich". Das vielfach
übersetzte Buch wird 1989 Sachbuch des Jahres. Ihre ungewöhnlichen
Sprachkenntnisse (12 Sprachen) erweisen sich als nützlich und notwendig
bei der Kontrolle der Übersetzungen. Ab 22. Auflage ist die deutsche
Ausgabe wesentlich erweitert und erschien als Ergänzte Neuausgabe 2000 als
Heyne-Taschenbuch, inzwischen 26. Auflage 2012. Die erweiterte
und aktualisierte Neuausgabe 2012 wurde u. a. um das Kapitel "Meine große Enttäuschung" ergänzt.
Auch ihr 1992 vorgelegtes Buch "Nein und Amen. Anleitung zum
Glaubenszweifel" ist ein internationaler Bestseller. Die wesentlich
erweiterte deutsche Ausgabe mit dem veränderten Untertitel "Mein
Abschied vom traditionellen Christentum" ist im Oktober 2002 erschienen,
inzwischen 8. Auflage 2009. Hierin setzt sie mit den Gedanken über das
Wiedersehen jenseits des Todes in den verschiedenen Weltreligionen ihrem am 11.
September 2001 verstorbenen Mann ein Denkmal in dem letzten Kapitel: "Eine
Blume auf das Grab meines Mannes".
- gm -
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